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Hinter der Stacheldraht sind ein paar unfertige Gebäude zu sehen
Die Bauruine des Hafencenters

Seit einigen Jahren gibt es von Investoren Pläne, ein großflächiges Einkaufszentrum in die Nähe bestehender Supermärkte am Hansaring zu bauen. Nach Protest und Klage der Münsteraner*innen aus den umliegenden Stadtvierteln über die unzulässige Planung wurde das Vorhaben gerichtlich gestoppt. Kommenden Mittwoch wird im Stadtrat über einen neuen Bebauungsplan für ein Einkaufszentrum am Hansaring entschieden.

Der neue Bebauungsplan, nach Vorstellungen des Investors und der Stadtverwaltung, beinhaltet keine wesentlichen Änderungen, jedoch sehen die Fraktionen der SPD, CDU sowie FDP darin einen erfolgreichen Kompromiss.

Kaktus – Grüne Jugend Münster schließt sich der Kritik der Hafenvereine und Anwohner*innen an: ”Die Planung schadet der Nachbarschaft, dem Viertel und der Stadt dauerhaft. Sie widerspricht den Beschlüssen der Stadt nach Klimaneutralität, sozial gerechten Stadtvierteln sowie einer zumutbaren Belastung durch Verkehrslärm und -Schadstoffe. Wir fordern insbesondere von der SPD-Fraktion als Teil des regierenden Ratsbündnisses eine klare Ablehnung dieses umwelt- und wohnungspolitischen Desasters”, so der Sprecher Jan Wiemers. 

Stattdessen muss die Chance genutzt werden, schnellstmöglich einen neuen Bebauungsplan aufzustellen, der die Interessen der Bewohner*innen des Hansaviertels berücksichtigt. Zukunftssicher können nur Bebauungen sein, die den Verkehr und seine Belastung mindern, anstatt mehr zu generieren. Eine erstrebte “Aufwertung” durch großflächiges Gewerbe bedeutet in der Realität Gentrifizierung und Verdrängung von Münsteraner*innen mit geringem Einkommen.

Sprecherin Laura Protzmann betont: “Wir fordern einen generellen Kurswechsel. Bezahlbarer und somit sozialer Wohnraum sowie Orte für gemeinnützige Projekte und Gruppen müssen Priorität über kommerzielles Interesse einzelner Großinvestoren haben. Örtliches Gewerbe kann nur durch diverse kleinräumige Lokale unterstützt werden.”