In leichter Sprache

Den Kaktus – Grüne Jugend Münster gibt es schon seit mehr als zwei Jahrzehnten. Das erste Treffen des Kaktus fand am 8. Oktober 1997 im Regenbogensaal des Grünen Zentrums statt. Eingeladen hatten drei junge, ökologisch motivierte Menschen, die sich auch politisch engagieren wollten: Daniel Eiduzzis, Benjamin Zyla und Arndt Klocke. Auf dem Treffen fanden sich weitere 5 Personen ein. Drei Wochen später einigte man sich auf einen Namen für die junge Gruppe: “Kaktus – jung, grün, stachelig”. Damit wollte man v. a. herausstellen, dass man sich der “Mutterpartei” bzw. den “Altgrünen” zwar verbunden fühlte, ihr jedoch auch mal kritisch auf die Füße treten wollte, wenn es als notwendig erachtet wurde.

Als sich im Jahr 2001 in Nordrhein-Westfalen ein Landesverband der Grünen Jugend konstituierte, wurde der Name des Kaktus variiert, um die Verbundenheit zu dieser regionalen Organisation zu bekunden: “Kaktus – Grüne Jugend Münster” nannte sich die Gruppe fortan.

Das Greencamp als zentrale Tradition des Kaktus

Im Jahr 2003 wurde erstmalig das sogenannte Greencamp veranstaltet. Im Rahmen eines Zeltlagers auf dem Biohof Borghoff behandelte man hier ein Wochenende lang diverse politische Themen. Zunächst wurde es auf den frühen Sommer (i. d. R. Mai/Juni) terminiert. Das Greencamp erwies sich schon früh als Erfolgskonzept und wurde seitdem jährlich ausgerichtet. In den letzten Jahren orientierte man sich bzgl. der Terminfindung jedoch eher in Richtung Hochsommer (August), um die Sommerferien der Schüler*innen und die Semesterferien der Studierenden nutzen zu können. Die Schwerpunktthemen in den letzten Jahren waren

  • 2010: Green New Deal
  • 2011: Männeremanzipation/Gender
  • 2012: Migration & Flucht
  • 2013: Umverteilung
  • 2014: Postwachstumsökonomie & Suffizienz
  • 2015: Islam
  • 2016: Soziale Gerechtigkeit
  • 2018: Zukunft des Wohnens
  • 2019: Unsere Demokratie
  • 2020: Alternativen zum Kapitalismus

Motto des Jahres

Seit 2019 gibt es ein Oberthema für das Jahr, zu dem besonders viele Aktionen geplant werden. Die Palette reicht hier von Vorträgen über Workshops bis hin zu Bündnisarbeit.

  • 2019: Queerfeminismus

Um diesem Thema gerecht zu werden, wurde eine Queerfeministische Viertelstunde eingeführt. In diesen 15 Minuten werden jedes Mal neue und oft auch unbekannte Aspekte eines oft unterrepräsentierten Themenkomplexes erfahren.

  • 2019/2020: Ökologie

Das nächste Jahr stand ganz im Zeichen des Themenkomplexes Ökologie. In den 15 Minuten der politischen Viertelstunde wurden aktuelle (Fehl)Entwicklungen in der Klimapolitik beispielsweise anhand aktueller Zeitungsartikel diskutiert.

  • 2020/2021: Alternativen zum Kapitalismus

Aktuell beschäftigen wir uns mit den schädlichen Folgen des Kapitalismus für viele gesellschaftliche Bereiche. Sei es beim Thema Pflege, Bildung oder Klimaschutz – Alternativen zu kapitalistischem Handeln könnten viele gesellschaftliche Probleme lösen.

Strukturen

Mit wachsender Gruppengröße entstanden auch detailliertere Strukturen im Kaktus. Die heute noch geltende Satzung wurde am 25. November 2004 beschlossen. Das höchste beschlussfassende Gremium ist demnach die Mitgliederversammlung (Jahresmitgliederversammlung = JMV), die i. d. R. jährlich zusammentritt und durch die der Vorstand sowie Rechnungsprüfer*innen und etwaige andere Ämter besetzt sowie inhaltliche Anträge diskutiert und beschlossen werden. Überdies finden mindestens seit 2011 auch wöchentliche Treffen statt, die auch protokolliert werden.

In ihrer ursprünglichen Fassung forderte die Satzung die Besetzung eines Vorstands mit insgesamt sechs Personen: zwei Sprecher*innen sowie vier Beisitzer*innen, wobei eine davon das Amt des*der Schatzmeister*in ausüben sollte. Zum 30. November 2013 (JMV) wurde der Vorstand jedoch verkleinert, da keine Notwendigkeit für die zusätzlichen zwei Beisitzer*innen-Posten gesehen wurde.
Am 24. November 2019 wurde der Vorstand um eine*n Politische*n Geschäfts·führer*in und eine*n Gleichstellungs·referent*in erweitert.

Außerdem gab es ab dann einen geschäfts·führenden Vorstand aus Sprecher*innen, Schatzmeister*in und Politischer*m Geschäfts·führer*in.

Bei der Besetzung sämtlicher Ämter wurde zunächst das Frauenstatut von Bündnis 90/Die Grünen beachtet; diese forderte insbesondere eine 50+-Frauenquote. Auf der Mitgliederversammlung vom 29. November 2014 wurde das Frauen-Inter-Trans*-Statut der Grünen Jugend an dessen Stelle gesetzt und § 7 Abs. 3 der Satzung des Kaktus entsprechend modifiziert. Im Wesentlichen wurden damit die Rechte, die vormals Frauen eingeräumt wurden, auf sogenannte FIT*-Personen ausgeweitet.
Ab dem 24.11.2019 hatte der Kaktus ein eigenes Gleichberechtigungs·statut (FINT*-Statut), dass weitergehender war, als das Bundesstatut. Insbesondere die Rechte von Nichtbinären/Nonbinaries sollten hiermit anerkannt und durchgesetzt werden. Es führte außerdem eine harte Quotierung ein, so dass Diskussionen beendet werden, wenn keine FINT*-Personen mehr auf der Redeliste stehen.

In den letzten Jahren (seit 2011) setzte sich der Kaktus-Vorstand wie folgt zusammen:

  • Sprecher*in (FINT*-Platz, bis 2019 FIT*-Platz, bis 2014 Frauen*-Platz) : Laura (2011-2013), Merle (2013-2015), Kira (2015-2016), Kira (2016-2017), Lara (2017-2018), Finja (2018-2019), Theresa (2019-2020), Laura (seit 2020)
  • Sprecher*in (offener Platz): Johannes (2011-2012), Mareike (2012-2013), Damian (2013-2015), Leon (2015-2016), Jonas (2016-2017), Albert (2017-2018), Noah (2018), Jule (2018-2019), Georg (2019-2020), Jan (seit 2020)
  • Schatz·meister*in: Simon (2011-2012), Valérie (2012-2013), Niklas (2014-2016), Jan (2016-2017), Leon (2017-2018), Peter (2018-2019), Sonja (2019-2020), Matthias (seit 2020)
  • Politische*r Geschäfts·führer*in: Noah (2019-2020), Antonia (seit 2020)
  • Beisitzer*innen: Franziska, Tim (jeweils 2011-2012), Johanna, Kathrin, Johan (jeweils 2012-2013), Clara Sophie (2013-2015), Svenja (2016-2017), Finja (2017-2018), Jule (2018), Georg (2018-2019), Henrik (2019-2020), Stella (seit 2020)
  • Gleichstellungs·referent*in: Milena (2019-2020), Juli (seit 2020)

Ehemalige Kakteen

Die Mitglieder des Kaktus, die sogenannten Kakteen, blieben der Politik und oft auch der Partei Bündnis 90/Die Grünen treu. So fanden sich viele Kakteen in öffentlichen oder parteilichen Ämtern wieder:

  • Auf dem Bundes·kongress 2019 wurde Rahel Kellich zur Beisitzerin im Bundes·vorstand der Grünen Jugend gewählt.
  • Das Kaktus-Gründungsmitglied Arndt Klocke (*1971) war zum Zeitpunkt der Gründung des Kaktus Sprecher im Vorstand des Kreisverbands Bündnis 90/Die Grünen/GAL Münster und von 2006 bis 2010 Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in NRW. Seit 2010 sitzt er für die Partei als verkehrspolitischer Sprecher im Landtag. Momentan ist er Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag.
  • Auch Ramona Pop (*1977) ging ihre ersten politischen Schritte in Münster: 1998-2000 war sie Mitglied des Kreisvorstands der Grünen und von 2000-2001 Bundessprecherin der Grünen Jugend. Sie ist seit 2001 für die Grünen Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus (zunächst als jugend-, dann als arbeitsmarktpolitische Sprecherin) und seit 2009 Fraktionsvorsitzende. 2016 wurde sie dann Wirtschaftssenatorin im Rot-Rot-Grünen Senat.
  • Josefine Paul (*1982) war bereits in den Landesvorständen der Grünen Jugend Niedersachsen (2002-2004) und NRW (2005-2006). 2007 bis 2009 war sie Mitglied des Kreisvorstands der Grünen in Münster und ab 2008 auch Sprecherin. Seit 2010 sitzt sie für die Grünen als frauen- und queerpolitische Sprecherin und Mitglied des Fraktionsvorstands im Landtag in Düsseldorf.
  • Malte Spitz (*1984), seinerzeit ebenfalls beim Kaktus aktiv, war von 2004 bis 2006 politischer Bundesgeschäftsführer der Grünen Jugend und anschließend bis 2013 Beisitzer im Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen. Von 2014 bis 2016 saß er auch im Vorstand des grünen Landesverbandes in NRW. Aktuell ist er Mitglied im Parteirat von Bündnis 90/Die Grünen. Sein Schwerpunkt ist die Medienpolitik.